Sonntag, 4. Oktober 2026

In meinen Himmel kommst du nur mit einem roten Seidenhut

 

In meinen Himmel kommst du nur mit einem roten Seidenhut.

Mit Gitarrensoli von Prince impfe ich mich gegen den Tag.


Eine versucht, den zerborstenen Glasmond zu kitten, doch der will nicht mehr.

Der Dichter sitzt im Ascheregen, den Füller fest in der Hand.


Ein Verwandter ist in Japan und schickt Bilder übers Netz.

Nach zwölf Stunden Flug könntest du mich begraben,

brauchst also gar nicht erst fragen, Bienenkönigin,

da nützen auch Schönheit und Liebe nichts mehr.


Die singenden Zeilen aus der Popwelt entblößen sich zunehmend.

Warum nicht gleich die Bühne als Rammelbrett?

Wo blieben all die Apfelbäume? Rosenbüsche? Weidenkätzchen?

Novemberregen? Hand-in-Hände? Tränentrinken?


Auf der sozialen Plattform Bluefriedchicken werfe auch ich die Netze aus –

welche, wofür? Vielleicht für fünf Herzchen unter der Zeile

In meinen Himmel kommst du nur mit einem roten Seidenhut.

Und zack! Und jetzt? Ein gutes Gefühl? Wie lange?


Es ist Herbst und die Gefühle verschleiern sich mit Dunst.

Wenn da mal nicht der korrupte Frühling dahintersteckt.

Gut, wirf mir vor, ich schaue zu viel Kriminales. Doch

bedenke: das Gute siegt meist mit Handschellen.


Traue deinem Vertrauen nicht! Es gehört in den Topf

der Illusionen, in dem auch schon die Hoffnung harrt,

an deren Tropf es sich kommod verdursten lässt.

Sei wachsam! Und zieh dir den roten Seidenhut auf!


Genug geratschlagt. Der Text ist müde.




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(Oktober 2026/TL)






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