Beizeiten sollst du vorsorgen, sagen sie.
Und woran man so alles denken muss.
Bestenfalls zahlt man den Notar fürs Testament,
verfügt vor allem Löschungen im Netz, dem elenden.
Schick sind Schraubensets, mindestens tausendteilig, für die Sprösslinge;
an denen werden sie noch länger haben als an dir. Dübel, Dichtungen, Nägel
gehen auch. Werkzeug allgemein ist gut: «Die Zange hat mir damals … weißt du noch?
Und noch immer kein Rost.»
Ein paar Liebesgedichte mit Widmungen, aber nur mit Für F. anstatt mit vollen
Vornamen; Massenschlägereien am Grab gilt es im Vorfeld zu vermeiden.
Und unbedingt postulieren, es sei alles Fiktion, auch wenn es gelogen ist.
Die Nachwelt glaubt eh nur, was sie glauben will, und wird dies so äußern.
Gute Taten im Allgemeinen sind gut; oft sind diese geknüpft an Geldgaben.
«Er hatte notfalls immer einen Hunderter für mich übrig.» So etwa.
Einem Kleinkind eine quersteckende Fischgräte mit bloßem Finger aus dem Hals ziehen.
Das andere fieberkrampfend mit Tempo zweihundert nachts in die Klinik rasen.
Eben: da sein, wenn es drauf ankommt. Huch, ich bin in die Gegenwart gerutscht.
Naja, bin ja auch noch da. Vergisst man schnell mal.
Eine Bibliothek mit Büchern voller Markierungen und Zettel: liest garantiert niemand mehr.
Wen sollte interessieren, was ich am zehnten Mai zweitausendelf gedacht habe?
Ein paar Gitarren. Eine Mundharmonika. Einige Kaffeebecher mit schicken Motiven.
Die Rabattkarten der Märkte. Das Sparbuch mit der Summe für die Beerdigung.
Ein in den Schnee getrampeltes Herz.
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veröffentlicht (anonymisiert ausgewählt) in DUM - Das ultimative Magazin Nr. 117 Winken
https://www.dum.at/hefte/heft117.php?nav=aus
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